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Einige psychosomatische Erkrankungen:


Magengeschwüre(Ulkuskrankheit)

Unter einem Geschwür(Ulcus) versteht man eine umschriebene Entzündung mit einem kraterförmigen Defekt der Schleimhaut, der die ganze Magenwand betreffen und bis zum Durchbruch führen kann.

Die oberste Zellschicht des Magens besteht aus Schleimhautzellen, welche die Magensäure neutralisieren. Die Zellen der Magenwand erneuern sich alle drei Tage und dank dieser Schutzmechanismen ist die Magenwand vor der  Magensäure sicher.

Jedoch setzt sich der Mensch einer Vielzahl von Risikofaktoren aus, welche die Schleimhaut angreifen. Dies führt zur Magenschleimhautentzündung und weiters zu Magen-  und Zwölffingerdarmgeschwüren .Bei einer Magenschleimhautentzündung liegt nur eine oberflächliche Entzündung vor, jedoch bei Magengeschwüren sind auch tiefere Schichten der Magenschleimhaut betroffen.

Geschwüre kommen meist im Ausführungsteil des Magens oder am Beginn des Zwölffingerdarms vor.

Früher glaubte man, dass dies eine rein psychosomatische Erkrankung sei, heute jedoch weiß man, dass Geschwüre auf dem Zusammenspiel vielfältiger Mechanismen beruhen, welche die Schutzfunktion der Magenschleimhaut stark vermindern:

- Schleimhautreizende Schmerzmittel oder Rheumamittel

- Stress, ein gestörter Tag-Nacht-Rhythmus

- vitaminarme, stark gesalzene Nahrung, Zigaretten- sowie Alkoholkonsum

Etwa 80% aller Magenschleimhautentzündungen und 70% aller Magengeschwüre gehen auf das Konto des Bakteriums Helicobacter pylori. In Mitteleuropa sind etwa 40% der Bevölkerung mit diesem Magenkeim infiziert. Dieses Bakterium macht die Schleimhaut schwächer und für die Magensäure durchlässiger. Es erkranken jedoch nur etwa 10% der Helicobacter pylori infizierten an einem Magengeschwür und 30% an einem Zwölffingerdarmgeschwür. Von einem Geschwür werden 3-mal häufiger Männer betroffen als Frauen.

Während Geschwüre des Magens bösartig werden können, kommt dies bei einer Ulceration (Geschwürbildung) im Zwölffingerdarm praktisch nie vor. Die Symptome sind Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit.

Durch eine endoskopische Abklärung kann eine sichere Diagnose oder eine Infektion mit Helicobacter pylori bewiesen werden. Ulcerationen im Magen müssen durch Gewebsproben diagnostiziert werden.

Bis vor 10 Jahren waren Operationen wegen einer Ulceration noch üblich, wobei heutzutage Operationen eher vermieden werden. Man versucht es durch z.B. eine medikamentöse Therapie zu beseitigen. Dies bedeutet zunächst die Elimination eines nachgewiesenen Helicobacter pylori durch eine entsprechende Kombinationstherapie von einer Woche.

Die sogenannten H2-Blocker führen zu einer raschen Ulcusabheilung und sind somit in der Akut-, wie auch Langzeittherapie indiziert.

Es gibt auch die so genannte Ulcusdiät, wobei man Magenschonkost isst, d.h. kein Nikotin, Meiden von Nahrungszufuhr vor dem Schlafengehen sowie Reduzieren von Kaffee und Alkohol.


Quelle:

Endoskopie – Online im Internet:

http://www.endoskopie-online.at/medizin/gastroenterologie/magengeschwuer.html (11.01.2004)

 

Prophylaxe:

- Sobald Sie Probleme im Magenbereich haben gehen Sie zum Arzt.

- Kaufen Sie sich einen Schnelltest in der Apotheke.

- Stellen sie die Ernährung auf 4-6 kleine Mahlzeiten/Tag um. Vermeiden Sie scharfe sowie stark gebratene Speisen, Hülsenfrüchte, Sauerkraut, Pilze, Stein- und Kernobst...

- Die Nahrung soll möglichst Vitamin-C und E - haltig sein

- Trinken Sie Tee (Kamille, Pfefferminz oder Melisse)

 

Weiterführende Internetadressen:

http://www.uni-mannheim.de/users/sdrwis/docs/0903PRE.HTM (11.01.2004)

http://www.saturn5.de/4211/magengeschwuere.html (11.01.2004)

http://mair.net/Gesundheit/magengesch1.htm (11.01.2004)


Gastritis

Unter Gastritis versteht man im Allgemeinen eine akute oder chronische Entzündung der Magenschleimhaut. Dabei handelt es sich um zwei eigenständige Krankheitsbilder mit unterschiedlichem Verlauf.

Die akute Gastritis: Wird häufig als Folge einer schweren Erkrankung, zum Beispiel bei schweren Verletzungen, Verbrennungen oder chronischem Nierenversagen (Urämie), ausgelöst. Akute Gastritis kann aber durch die Einnahme  bestimmter Medikamente, wie sie bei der Behandlung von Kopfschmerzen oder rheumatischen Erkrankungen zum Einsatz kommen (Kortison, Aspirin), entstehen. Eine mitunter lebensbedrohliche Komplikation der akuten Gastritis ist die Magenblutung. Betroffen sind meist Patienten mit einem geschwächten Immunsystem. Exakte Zahlen sind nicht bekannt, jedoch 80-90 Prozent der Patienten auf einer Intensivstation zeigen kurz nach ihrer Aufnahme eine akute Gastritis. Ohne prophylaktische Therapie entwickelt sich bei 10-20 Prozent der Patienten aus der Schleimhautentzündung ein Geschwür mit Blutungen. Besonders dafür gefährdet sind Patienten mit Verbrennungen. Erste Hinweise auf eine akute Gastritis sind ein Druckgefühl oder häufiger auch Schmerzen in der Magengegend, die von Übelkeit und Brechreiz begleitet sein können. Das gravierendste Symptom jedoch ist die Magenschleimhautblutung, die sich unter anderem als Bluterbrechen äußern kann. Unklare Beschwerden in der Magengegend besonders bei Patienten einer schweren Grunderkrankung sollten durch Magenspiegelung (= Gastroskopie) abgeklärt werden. Bei Hinweise einer akuten Magenblutung muss die Gastroskopie sofort erfolgen. Größere Blutungen können lebensbedrohlich sein und müssen daher umgehend behandelt werden. Unter dem Aspekt, dass der saure Magensaft eine wesentliche Rolle bei der Entstehung einer akuten Gastritis spielt, werden bei der medikamentösen Therapie vor allem Stoffe eingesetzt, die eine Hemmung der Magensäureproduktion bewirken, wie die Protonenpumpenhemmer (zum Beispiel Omeprazol) und die H2- Rezeptorenblocker (zum Beispiel Ranitidin). Durch diese Therapie werden zum einen die Schmerzen, die der Patient erlebt, gelindert und können zum anderen die Schleimhautläsionen abheilen. In den Fällen, in denen sich eine Blutung nicht mit konservativen (= nicht operativen) Maßnahmen beenden lässt und die chirurgische Behandlung unumgänglich wird, liegt die Sterblichkeit (= Mortalität) bei 80 Prozent. Eine umfassende Prophylaxebehandlung von Patienten mit schweren Grunderkrankungen kann daher entscheidend für ihr Überleben sein.

Die chronische Gastritis: Bei der chronischen Gastritis handelt es sich um eine Entzündung der Magenschleimhaut, die durch einen wochen- häufig auch jahrelangen Verlauf gekennzeichnet ist. Je nach auslösender Ursache lassen sich drei Formen der chronischen Gastritis unterscheiden: Typ A, Typ B und Typ C.

1. Gastritis Typ A (Autoimmungastritis): Diese Gastritis manifestiert sich vorwiegend im Bereich des Magenkorpus. Es handelt sich dabei um eine sogenannte Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper gegen körpereigenes Gewebe gebildet werden. Im Fall der Gastritis Typ A richten sich diese Antikörper meist gegen die Belegzellen der Magenschleimhaut. Durch die Zerstörung der Belegzellen kommt es zu einer verminderten Produktion von Magensäure und der gleichzeitigen übermäßigen Ausschüttung von so genanntem Gastrin (Gewebehormon, das im Magen die Sekretion von Salzsäure anregt). Dies führt zu einem gehäuften Auftreten von so genannten Karzinoiden, einer speziellen Form von bösartigen Tumoren des Magen- Darm- Traktes und auch zu Blutarmut. Die Gastritis vom Typ A ist sehr selten.

2. Gastritis Typ B: Diese Form der Gastritis wird in der Regel durch das Bakterium Helicobacter pylori verursacht und ist in der Lage, im sauren Milieu des Magens zu überleben und siedelt sich an der Oberfläche der Magenschleimhaut an. Neuere Untersuchungen zeigen, dass mit steigendem Lebensalter eine Besiedlung des Magens mit Helicobacter pylori zunimmt. Fast 60 Prozent der über 60-jährigen in den westlichen Ländern sind mit dem Erreger infiziert. Allerdings entwickeln nicht alle Menschen, bei denen Helicobacter pylori im Magen gefunden wird, eine Gastritis. Dies lässt wiederum darauf schließen, dass auch psychische Faktoren an der Entstehung von Gastritis beteiligt sein können.

3. Gastritis Typ C: Sie wird auch chemisch - toxische Gastritis genannt und entsteht durch die Einwirkung toxischer (giftiger) Substanzen auf die Magenschleimhaut. In erster Linie handelt es sich dabei um Gallensaft und Duodenalflüssigkeit (Flüssigkeit im Zwölffingerdarm). Auch chronischer Alkoholkonsum und bestimmte Arzneimittel (zum Beispiel Aspirin) können eine chronische Gastritis Typ C auslösen.

In den westlichen Ländern hat fast die Hälfte der heute 50-jährigen nach dem histologischen Befund eine chronische Gastritis. In der Mehrzahl der Fälle handelt es sich dabei um eine Gastritis vom Typ B. Die Symptome sind bei allen Formen der chronischen Gastritis eher unspezifisch. Die Patienten klagen im Allgemeinen über Appetitlosigkeit, Völlegefühl, diffusen Druck in der Magengegend und Blähungen. Bei der Typ A Gastritis stehen häufig die Begleitsymptome Müdigkeit, Blässe und verminderte Leistungsfähigkeit im Vordergrund. Die Diagnosestellung der chronischen Gastritis erfolgt über die feingewebliche (= histologische) Untersuchung der Magenschleimhaut. Dazu werden bei einer Magenspiegelung Proben des Gewebes ( = Biopsien) entnommen. Es zeigt sich die Entzündung der Schleimhaut. Für die Diagnostik einer Infektion mit Helicobacter pylori stehen spezielle Tests zur Verfügung. Eine Möglichkeit, Helicobacter pylori nachzuweisen, ist der so genannte 13C oder 14C- Harnstoff- Atemtest. Dabei nimmt der Patient eine Testmahlzeit zu sich, die radioaktiv markierten Harnstoff enthält. Liegt eine Infektion mit Helicobacter pylori vor, wandelt dieser den Harnstoff um und setzt dabei 13C- oder 14C- markiertes Kohlendioxid frei. Dieses wird abgeatmet, in einem Behälter gesammelt und quantifiziert. Auf diese Weise lässt sich der Erreger mit einer hohen Wahrscheinlichkeit nachweisen. Eine häufige Komplikation der Helicobacter pylori assoziierten Gastritis ist das Auftreten von Magengeschwüren (= Ulkuskrankheit). Bei der Gastritis vom Typ A wurde ein gehäuftes Auftreten von Karzinoiden im Magen beobachtet. Die chronische Gastritis ist häufig ein Zufallsbefund. Liegt eine Helicobacter assoziierte Gastritis mit Begleitsymptomen vor, ist es möglich, die Infektion mit einer gezielten Antibiotika- Therapie zu behandeln. Eine zusätzliche Behandlung mit Protonenpumpenhemmern (Omeprazol – hemmt die Magensäuresekretion) zur Linderung der Beschwerden wird empfohlen. Generell sind bei einem Auftreten von Symptomen die gleichen Medikamente einsetzbar. Auch diätetische Maßnahmen können zu einer Besserung von vorliegenden Beschwerden beitragen. Es wird empfohlen, magenbelastende Nahrungsmittel, zum Beispiel Kaffee, Alkohol, fettreiche Stoffe wie Schokolade und auch Nikotin zu meiden. Allerdings muss jeder Patient individuell herausfinden, welche Nahrungsmittel ihm Probleme verursachen.

Wie vorher bereits erwähnt, können auch psychische Faktoren die Entstehung von Gastritis und anderen auch psychosomatisch bedingten Krankheiten begünstigen. Auslöser sind vor allem Stress, Probleme im beruflichen wie im privaten Bereich, ungelöste Konflikte, länger andauernde Pflege von schwerkranken Angehörigen und ähnliches. Wenn möglich, sollte ein Wandel der Lebensumstände erfolgen. Prophylaxe in diesem Bereich wäre Stressvermeidung (siehe Kapitel „Stress“) und Erlernen von Entspannungstechniken (autogenes Training, Tai chi, Meditation, Yoga...)

Untersuchungen haben ergeben, dass unglücklich verheiratete oder in Scheidung lebende Personen (vor allem Frauen) einen erhöhten Stresshormonpegel und eine verminderte Immunabwehr aufweisen. (Siehe weiter unten – Kapitel „Immunsystem“)

Wer ständigem Ärger und sozialem Druck ausgesetzt ist, ist – verschiedenen Studien zufolge – besonders erkältungsanfällig.

 

Weiterführende Internetadressen zu Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich:

http://www.psychotherapie.org/winfried/page9.htm (11.02.2004)

http://www.panikattacken.at/psychosomatik/psychosomatik.htm (11.02.2004)

http://www.zwisler.de/scripts/Psychosomatik.html (11.02.2004)

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